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Schule zum heulen!

Es kommt bisweilen vor, dass einem die Lektüre eines richtig guten Romans oder einer schönen Novelle die Tränen in die Augen treibt. Aber bei einem Sachbuch? Ich glaube das ist mir noch nie passiert. Bis ich das Buch „Endlich frei“ gelesen habe. Nein, es ist kein Erweckungsbuch, kein spiritueller Berater und auch keine Anleitung, wie ich meinen Keller aufräume. Es erzählt vielmehr von einer Vision. Von der Vision einer Schule, die Kinder in völliger Freiwilligkeit erzieht. Das Buch breitet keine Theorien und pädagogischen Konzepte aus. Es schildert vielmehr ganz konkret den Alltag dieser visionären Schule. Wie die Schüler lernen, was sie machen, wie Entscheidungen getroffen werden, was aus den Schülern nach der Schulzeit wird, wie die Mitarbeiter arbeiten und welche Aufgaben sie haben.

Zugrunde liegt der Vision die Idee, dass Kinder freiwillig lernen, wenn man sie lässt. Und sie zu lassen heißt in dieser Schule, dass kein Kind zu irgend etwas gezwungen wird. Jedes Kind lernt was es will, wann es will und wie es will. Es gibt keine Schulstunden, keine Klassenzimmer, keine Pausen und keine Noten. Die Lehrer, die sich Mitarbeiter nennen, helfen den Kindern nur, wenn diese das ausdrücklich wünschen. Sie vereinbaren mit den Kindern die Modalitäten des Unterrichts und fordern dann auch Verbindlichkeit – pünktliche Teilnahme, Arbeitspensum etc. Aber es steht den Kindern frei, diese Modalitäten zu akzeptieren oder nicht. Sie sind nicht gezwungen, mitzumachen. Aber nicht nur das Lernen, auch die Verwaltung der Schule und der Schulgemeinschaft findet nicht über die Köpfe der Kinder hinweg, sondern gemeinsam mit diesen. Alle wichtigen Entscheidungen werden von einer Vollversammlung beschlossen, an denen jedes Schulmitglied, d.h. jeder Mitarbeiter und jeder Schüler teilnehmen kann und je eine Stimme hat. Die Mehrheit entscheidet. Für bestimmte Aufgaben – z.B. die Verwaltung der Bibliothek – werden Kommissionen oder Verantwortliche auf Zeit gewählt. Auch Schüler wohlgemerkt, nicht nur Mitarbeiter. Dabei wird dem Grundsatz gefolgt, so wenig wie möglich zu regeln und so wenig Kommissionen wie möglich abzustellen. Was sich von allein regelt, soll sich von allein regeln. Und schließlich gibt es noch eine Justizkommission, die im Rotationsverfahren besetzt wird – mit Schülern und Mitarbeitern – und die im Streitfall und bei Regelverletzungen zu schlichten und zu sanktionieren hat.

Das sind die Rahmenbedingungen. Spannend ist das Buch aber dort, wo beschrieben wird, wie die einzelnen Schüler mit diesem System umgehen und was erstaunliches dort alles möglich ist. Da gibt es tatsächlich Schüler, die ihre ganze Zeit darauf verwenden, zu Angeln. Oder die sich eine Dunkelkammer einrichten und sogar bei einem externen Fotolabor eine Ausbildung machen. Es gibt Schüler, die Mitarbeiter damit beauftragen, ihnen die Algebra beizubringen und die dies in wenigen Monaten mit enormem Fleiß bewerkstelligen. Freiwillig wohlgemerkt. Es gibt auch Schüler, die aus konventionellen Schulen wechseln, weil sie dort „auffällig“ wurden. Sie sitzen tatsächlich fast ein ganzes Jahr da und tun nichts. Und niemand kümmert es. Sie werden beobachtet, sie werden in die Gemeinschaft aufgenommen, aber sie werden weder gezwungen noch gedrängt noch auf subtile Weise verführt, doch endlich etwas zu tun. Man wartet, nicht ohne Furcht aber mit Überzeugung. Und irgendwann wird auch diesen Schülern das Nichtstun zu öde und sie beginnen etwas zu tun. Und sei es nur, auf der Wiese beim Baseball mitzuspielen. Den Anfang dieser erstaunlichen Geschichten macht eine Schülerin, die bereits die Schule verlassen hat und nun versucht, ohne Zeugnis, ohne Beurteilung sich an einer Hochschule zu bewerben. Und nicht irgendeine, sie will auf eine ganz bestimmte. Natürlich scheitert sie zunächst an den fehlenden Formalien. Aber sie gibt nicht auf, sie fragt sich durch, sie redet mit den Professoren, sie präsentiert sich, sie begründet ihre fehlenden Unterlagen, sie berichtet von ihrer Schule. Sie ist es nämlich gewohnt, Eigeninitiative zu entwickeln. Nichts anderes hat sie ihre gesamte Schulzeit gemacht. Und sie überzeugt die Hochschule schließlich und legt ein erfolgreiches Studium ab.

Die Lektüre des Buches hat mir das Leben und die Atmosphäre an einer solchen Schule so plastisch vor Augen geführt, dass es mir vorkommt, als wäre ich selbst dort gewesen und hätte mit eigenen Augen gesehen, wie Schüler den ganzen Tag tun, was sie wollen und dabei nicht nur alles lernen, was sie für ihr Leben brauchen, sondern vor allen Dingen den Weg in dieses ganz individuelle Leben finden, weil niemand ihnen etwas aufzwingt, weil sie frei sind, ihren Neigungen und Fähigkeiten zu folgen, weil sie Selbstbestimmung lernen und ganz besonders weil sie von Kindesbeinen an als Personen mit eigenem Denken und Wollen ernst genommen werden. Ich war beim Lesen dieses Buches wie in Trance, weil es das Bild einer Schule vor mich hinstellte, das ich in dieser konkreten und radikalen Form selbst zwar noch nie formuliert hatte, das aber in allen Details auf geradezu magische Weise all der Kritik, die ich an dem habe, was ich als Schule kenne, eine positive Auflösung gegenüber stellte. Diese Schule, die manchem Leser wahrscheinlich endlos weltfremd und extremistisch erscheinen mag, hat meine Überzeugungen im innersten getroffen und ich bin seither wie erlöst, weil ich weiß, dass ich mit meinen bis dahin durchaus vagen Ideen nicht allein bin.

Denn das erstaunlichste an diesem Buch verrate ich zuletzt: diese Vision einer freien Schule, die auf uns, die wir das preussische Schulwesen im Blut haben, wie eine wahnwitzige Spinnerei wirken mag, lebt nicht nur in den Köpfen von ein paar durchgeknallten Freiheitsfetischisten wie mir, sondern sie existiert wirklich. Und zwar schon seit 44 Jahren! 1968 wurde die erste Sudbury Valley School in Framingham im Staate Massachusetts (USA) gegründet und sie wirft seither jedes Jahr gesunde, durchschnittlich erfolgreiche Schüler in die Welt. Ohne sie zu irgend etwas gezwungen zu haben. Ist das wirklich wahr? Offenbar ja. Ich hätte es auch nicht geglaubt, hätte ich es nicht selbst gelesen. Lesen auch Sie es und überzeugen Sie sich, dass es seit 44 Jahren eine und mittlerweile mehrere Schulen gibt, die alle traditionellen und für unantastbar gehaltenen Prinzipien des Lernens und der Schulpädagogik Lügen strafen!

Daniel Greenberg: Endlich frei!: Leben und Lernen an der Sudbury Valley Schule, Arbor-Verlag 2004

Website der Schule: www.sudval.org

Es gibt keinen Gott, und das bin ich!

Im September 2011 erscheint mein neues Buch „Es gibt keinen Gott, und das bin ich!“ im Futurum Verlag. Der Verlag schreibt darüber:

„Christian Grauers Plädoyer für eine spirituelle Aufklärung beginnt mit einem scheinbar harmlosen Rückblick auf eine anthroposophisch behütete Kindheit und die typischen Stadien einer durch die Anthroposophie geprägten Lebenshaltung, die keine Zweifel kennt. Über mehrere Etappen kritischer Hinterfragung der eigenen Überzeugung nähert sich der Autor allmählich einem Nullpunkt, der sich auf überraschende Weise als Nadelöhr erweist.

Seine Begegnung mit dem Modell des Konstruktivismus, der gegenwärtig aus den kulturellen Diskursen nicht mehr wegzudenken ist, wird Grauer zum Anstoß, die Anthroposophie aus dem Geist von Rudolf Steiners Frühwerk neu zu entwickeln. Der Text erklimmt im Zuge der immer sehr persönlich gehaltenen Schilderungen der gedanklichen Verarbeitung und Durchdringung eine Höhenregion, in der sich manches Trübe, Beschauliche und Eingespielte anthroposophischer Esoterik in absoluter Klarheit und Übersichtlichkeit als individuelle Produktion von Sinn erweist.

Eine anregende Lektüre, die provoziert, aufrüttelt und streckenweise auch erheitert.“

Ich habe auf Facebook eine sogenannte Fan-Seite für das Buch eingerichtet. Dort finden sich nähere Informationen sowie eine Leseprobe.

Als Appetithappen gibt es hier schon mal das Inhaltsverzeichnis:

Read more Es gibt keinen Gott, und das bin ich!

Genie und Dilettant – Annäherungen an ein Faszinosum

Vor einiger Zeit hatte ich anlässlich eines Betriebsausfluges nach Dornach die Gelegenheit, nicht nur das Goetheanum, sondern auch das Steiner-Archiv und den Goetheanum-Verlag zu besuchen. Es war nicht das erste Mal, dass ich in Dornach war, aber es war das erste Mal, dass ich diesen Ort wirklich besichtigt habe. Mit einer Goetheanum-Führung, der Besichtigung des Menschheitsrepräsentanten, einer Führung durchs Archiv, den Anblick des roten Fensters und einem Spaziergang durch die umliegenden Gebäude. Dabei begegnete mir Erschreckendes.

Als Anthroposoph ist man Steiners Werken gegenüber grundsätzlich wohlwollend eingestellt und so trat ich auch mit gespannter Erwartung vor das so genannte „rote Fenster“, ein riesiges Fenster aus geschliffenem roten Glas, das über dem Westportal des Goetheanums angebracht ist. Man betrachtet es von innen heraus, so dass das Außenlicht hindurchfällt und den Raum dahinter – das Treppenhaus – in ein warmes Rot taucht. Die intensive Farbe und die schiere Größe des Fensters sowie die gebotenen Stille aufgrund einer Veranstaltung im benachbarten Saal ließen eine andächtige Stimmung anheben, die aber sehr schnell der Ernüchterung und einer überraschenden Erkenntnis wich.

Mit den frischen Eindrücke der architektonischen Werke Steiners und der Erinnerung an den Vortrag von Walter Kugler über die Begeisterung der Kunstszene für die Tafelzeichnungen Steiners stehe ich vor diesem roten Fenster, sehe diese bodenlos dilettantische Ästhetik und mir wird plötzlich klar, woher dieser mir in allen Bereichen Steiners begegnende Dilettantismus her rührt und warum er mich – und offenbar viele andere – dennoch nicht davon abhält, mich mit Steiner zu beschäftigen. Auf dem Rundgang über den Dornacher Hügel ist man auf Schritt und Tritt mit den sinnlich wahrnehmbaren Ergebnissen und den denkmalhaft konservierten Relikten der Steinerschen Ideenwelt konfrontiert und man begegnet dort so manchem skurrilen Werk. Aber man begegnet dort auch Dokumenten, die einen Einblick in die Entstehung dieser Werke, in den kreativen Prozess und die zugrunde liegenden Ideen Steiners geben. Und man spürt, dass dieses Goetheanum ein Ort inspirierter Kulturtätigkeit war, dass es aber ebenso ein Mausoleum für die merkwürdigen Überreste dieser Kulturtätigkeit ist. Und man stellt sich Steiner vor, wie er an diesem Ort unter den Menschen gewirkt hat, die sich hier versammelt haben, wie all das ganz konkret stattgefunden hat, was man aus jahrelanger Lektüre kennt. Und da stand nun plötzlich ein ganz klares Bild vor mir.

Steiner war kein eremitisch in akribische Arbeit versunkener Denker. Er war immer umgeben von Menschen, die er inspirierte und die ihm Ideen abforderten. Er hielt Vorträge und begleitete Veranstaltungen. Er reiste mit Modernsten Fahrzeugen durch ganz Europa und trat teilweise auf wie ein Popstar. Keiner seiner Vorträge gleicht dem anderen, er sprach frei und entwickelte seine Ideen nicht selten spontan vor Ort. Alles Akribische, Pedantische und Prinzipialistische bezeichnete er verächtlich als „philiströs“. Wo immer Rudolf Steiner versucht hat, seine Ideen weiter als bis zur Skizzenhaftigkeit in eine konkrete Gestalt zu bringen, da neigt er dazu, sich in Unprofessionalität und Dilettantismus zu verlieren. Seine Domäne war das lebendige, kreative und inspirative Denken. Das Erfassen von flüchtigen Ideen und unkonventionellen Ansätzen, das Vorahnen von Entwicklungen und die Zusammenschau komplexer Zusammenhänge. Aus der unmittelbaren Betrachtung der Phänomene entwickelte er Typologien, die formal schwer zu greifen sind, die aber erstaunliche Erklärungsmodelle für komplexe systematische Zusammenhänge abgeben. Der ‚Geist‘, in dem er arbeitete und von dem er sich inspiriert fühlte war nicht das konkrete Einzelne, sondern das Prinzipielle, nicht die perfekte und akribische Umsetzung sondern die lebendige und spontane Skizze.

Detlef Hardorp, der Berlin-Brandenburgische Bullterrier der anthroposophischen Öffentlichkeitsarbeit, hat in einem Zusammenhang, der hier nicht unbedingt wichtig ist (es ging um eine Aussage Steiners über Physik) in sehr treffenden Worten diese Eigenschaft Steiners beschrieben: „von außen betrachtet stochert er unprofessionell in allen möglichen Gebieten herum, und trifft mit unverschämter Sicherheit immer wieder Goldadern, auch wenn er nicht den wissenschaftlichen Apparat bieten kann, mit dem das dann meist später von anderen wesentlich vollständiger gemacht wird.“

Auf dem Goetheanum-Hügel begegnet man zunächst all diesen Werken, in denen Steiner versucht hat, aus seinen skizzenhaften Visionen fertige Werke zu machen. Und immer wieder muss man sehen, wie er daran scheitert. Auch sein schriftliches Werk trägt deutlich den Charakter der Vorläufigkeit: keines seiner Werke genügt den formalen Anforderungen eines wissenschaftlichen Werkes. Mit Quellennachweisen hat sich Steiner nicht aufgehalten und so werden andere Autoren nicht selten falsch zitiert oder ohne weiteren Hinweis einfach übernommen. Auch hält sich Steiner selten damit auf, Belege oder Beweise für seine Ideen zu finden. Die kritische Analyse und die akribische Sammlung von Belegen und Nachweisen und das Ausarbeiten von Vollständigkeit sind nicht Steiners Anliegen. Und wo er es versucht hat – im roten Fenster beispielsweise – da hätte er auch lieber darauf verzichtet. Schaut man sich beispielsweise in chronologischer Folge die Gebäude in Dornach an, die Steiner entwarf, so erkennt man deutlich die originelle und durchaus kulturgeschichtlich relevante architektonische Idee, die sich darin entwickelt. Betrachtet man aber die einzelnen Häuser als fertige Werke, so fehlt auch hier das nötige Maß an Professionalität, das erlauben würde, von gelungener Architektur zu sprechen. Umso schlimmer, wenn diese Ästhetik immer und immer wieder auf platte und rein formale Weise kopiert und für „anthroposophische Architektur“ gehalten wurde. Bezeichnend auch, dass das jüngste Haus von Steiner kaum noch die typischen Züge „anthroposophischer Architektur“ trägt sondern einer überaschenden Schlichtheit und Reduktion auf klare, rechtwinklige Formen folgt. Das Ausmaß der formalen Entwicklung von Steiners architektonischen Ideen, die sich in der Abfolge seiner Häuser zeigt – schon erstes und zweites Goetheanum lassen dies erahnen – übersteigt dasjenige der knapp hundert Jahre seiner Epigonen um ein Vielfaches. Was hier nur konservierte formale Tradition ist, war bei Steiner nur Momentaufnahme und Skizze einer sich stets neu erfindenden Inspiration.

Steiners Werk ist nicht das, was wir in Händen halten, sondern es sind seine Anregungen, seine Visionen und Inspirationen, die skizzenhaften Ideen, denen kein Begriff zu groß und kein Ziel zu fern sein konnte. Er war Impulsgeber für Reformschulen ebenso wie für alternative Medizin, er arbeitete an gesellschaftspolitischen Konzepten ebenso wie an den Ansätzen einer organischen Architektur. In diesen Bereichen entwickelte er geradezu übermenschliche Energien. Doch all diese Dinge konnten nicht Realität werden, hätten nicht viele andere Menschen, mit Sachverstand und fachlich versiert die vagen Ideen Steiners aufgegriffen, ausgearbeitet und umgesetzt. Steiners Werk lebt denn auch zum größten Teil in seiner Umwelt, in all den Menschen, die seine Anregungen aufgegriffen und ausgearbeitet haben. Und so wie er seine Ideen an andere Weitergegeben hat, damit sie dort auf fruchtbaren Boden fielen, so hat er sich auch nicht gescheut, fremde Ideen zu integrieren und in eigener Weise zusammenzubringen, um neue Inspirationen daraus zu gewinnen. Die Sorgfalt, seine Quellen ausführlich darzulegen, vermisste er dabei allerdings.

Halmut Zander hat in seinem vielbeachteten Buch „Die Anthroposophie in Deutschland“ versucht, sich durch eine historisch-kritische Analyse dem Faszinosum Steiner zu näheren. Doch das Buch, dessen fast 2000 Seiten sich wie der Abschlussbericht einer Steuerprüfung lesen, bleibt methodisch absichtlich auf einer Ebene, auf der Steiner nicht zu finden ist. So kann Zander nachvollziehbar die äußeren Verbindungen Steiners mit seinem geistesgeschichtlichen Kontext erklären, er kann all die Quellennachweise nachliefern, die Steiner für verzichtbar hielt, aber er kann nicht erklären, was das Faszinosum an Steiner ist. Zander sieht gleichsam nur das rote Fenster in seiner dilettantischen Ästhetik. Den Visionär Steiner, den Ideengeber Steiner, den Inspirator und unkonventionellen Denker Steiner, den Skizzierer Steiner, den entdeckt er nicht, weil sich dieser in seiner Immaterialität, seiner geistigen Flüchtigkeit einer historisch-kritischen Wissenschaft notwendigerweise entzieht. Zander trägt dazu bei, viele Mythen und Legenden, die sich um Steiner ranken, zu entlarven und er zeigt das auf, was mir beim Betrachten des roten Fensters deutlich wurde: dass Steiner dort, wo es in die konkrete fachliche oder künsterische Ausarbeitung seiner Ideen geht, oft nur haarsträubendes Mittelmaß ablieferte. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, was ich beim Betrachten noch nicht wusste, dass nämlich das rote Fenster nicht von Steiner selbst ausgeführt wurde, sondern von Assja Turgenjeff. Gleichwohl entstand es als Teil eines Gesamtkunstwerkes unter seiner Federführung und steht hier auch nur als Beispiel und konkreter Anlass für eine Erkenntnis, die sich durchaus auf eine breitere Kenntnis des Werkes von Steiner stützt.

Steiner-PuppeAllein den wahren Steiner, den, der in der Anthroposophischen Bewegung bereits ein ganzes Jahrhundert überlebt hat und der auch heute noch Menschen fasziniert und inspiriert – selbst Zander spricht mehrfach von der Faszination, die Steiner auf ihn ausübt – den wird man auf diese Weise nicht greifen können. Ihn wird man nur erfassen, wenn man seine Ideen ebenso lebendig und kreativ auffasst, wie er sie gedacht und skizziert hat. Jede Form der Stereotypisierung, der Manifestierung in systematischen Kategorisierungen und der Verabsolutierung seiner Visionen muss scheitern und zu einem schieren Zerrbild dessen verkommen, was Steiner inspirierte.

Das ist es, was an den bewundernden Blicken, die dem roten Fenster und anderen Kuriositäten auf dem Goetheanumgelände wie Reliquien entgegengebracht werden, so verwundern kann. Kein Kunstkenner würde auch nur einen Pfennig für das rote Fenster geben. Doch interessanterweise interessiert sich die Kunstszene brennend für diejenigen Werke, die überhaupt keine Werke im eigentlichen Sinne sind, die nur beiläufig entstandene und von findigen Zeitgenossen festgehaltene Skizzen sind, die Steiner während der öffentlichen Entwicklung von Ideen an die Tafel geschmiert hat und die für Anthroposophen zunächst rein informativen Charakter hatten und lediglich als Reliquien aufbewahrt wurden. Steiners Skizzen auf schwarzer Pappe haben im 21. Jahrhundert den Weg nach NewYork und Paris gefunden. Denn in ihnen lebt jener inspirierte Geist, von dem sich Anthroposophen angezogen fühlen. Und in der skizzenhaften Form findet Steiner auch einen ästhetischen Ausdruck, der völlig frei von der schwerfälligen, dilettantischen Konstruiertheit des roten Fensters ist und der offenbar erst heute vom allgemeinen künstlerischen Empfinden eingeholt wird.

Aber sowenig das Buch von Zander auch den Steiner findet, der die Menschen inspiriert, so könnte es, wenn es von Anthroposophen sachgemäß – und das heißt eben nicht als Angriff sondern als historische Analyse – gelesen würde, dazu führen, all jenen Personenkult und jene Verherrlichung Steiners um seiner selbst Willen kritisch zu hinterfragen und zu einem unbefangenen Urteil gegenüber solchen Fürchterlichkeiten wie dem roten Fenster zu gelangen, statt sie zu glorifizieren, nur weil sie von des Meisters Hand geschaffen wurden. Zanders Analyse konturiert am Ende exakt jenen Steiner, dessen bedingungslose Verehrung nicht nur ihn selbst sondern jeden normal empfindenden Menschen beschämen muss. Man kann geradezu Zanders Analyse als Subtrahenden verwenden, um von der real existierenden Anthroposophie all dasjenige abzuziehen, was blinder Dogmatismus, leerer Personenkult und schiere Geschmacksverirrung ist. Nicht um Steiner zu diskreditieren, sondern um sein wahres Genie freizulegen, zu aktivieren und sich von ihm neu inspirieren zu lassen; um seine vorausschauenden und zeitlosen Ideen weiter zu entwickeln und sich mehr in der Methode als im Ergebnis an ihm zu orientieren und nicht in der Verabsolutierung von Mittelmäßigkeiten zu schwelgen. Auf diese Weise könnte Zanders Buch ex negativo befreiend wirken und bei einer etwas subtileren anthroposophischen Rezeption, als sie beispielsweise aus der aktuellen Rezensionen von Ravagli tönt, doch noch zur wahren Entdeckung des Faszinosums Steiner führen!

Dieser Artikel wurde in der September-Ausgabe 2009 der Zeitschrift info3 in leicht überarbeiteter Form abgedruckt.
Bildquelle Titelbild: AnthroWiki, veröffentlicht unter GNU FDL 1.2.

Goorhuis und Ziegler über mein Buch

Wer würde sich nicht über Anerkennung freuen? Aber es kommt auch darauf an, wofür man Anerkennung bekommt! Bescheidenheit ist oft nur selektive Anerkennungssucht: der anspruchsvolle Narziss gibt sich nicht mit beliebigem Lob zufrieden: er möchte erst für das gelobt werden, was ihm selbst als die wichtigste Leistung erscheint und nicht für Banalitäten. Deswegen ist die Aufmerksamkeit, die Henk Goorhuis durch seine Rezension in der Novemberausgabe (S. 89) von Info3&#160;<a href="http://www.info3.de"><img src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg" alt="External Link" title="Link to: http://www.info3.de" border="0"></a> – aber auch in einem spannenden privaten Austausch – meinem Buch&#160;<a href="http://www.schachtelhalm.net/s9y/archives/6-Buch.html"><img src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg" alt="External Link" title="Link to: /s9y/archives/6-Buch.html" border="0"></a> geschenkt hat, für mich besonders wertvoll. <br />
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Goorhuis ist überzeugter Konstruktivist und er geht daher in seinem Artikel besonders auf meinen Bezug zur systemisch-konstruktivistischen Perspektiven ein. <cite>"Grauer entwirft dabei eine Linie von Kant über Husserl und Steiner zur Systemtheorie Luhmanns, um dann auch in Rudolf Steiners Werk die konstruktivistische Grundhaltung der Systemtheorie hervorzuheben, wonach jede Weltbetrachtung auch einen aktiven, gestalterischen Aspekt hat und die erscheinende Welt immer auch als Produkt (oder eben als Konstruktion) dieser Weltbetrachtung verstanden werden sollte. (…) Diese systemisch-konstruktivistische Beleuchtung von Steiners Werk erlaubt nun einen völlig neuen Brückenschlag zur modernen Wissenschaft… (…) …dieses kleine Buch könnte einen äußerst wichtigen Beitrag dazu liefern."</cite>&#160;(Info3 11/08, S.89). <br />
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Darin findet sich eine Anerkennung gleich zweier meiner ganz zentralen Anliegen, die hinter der Verfassung des Buches standen: zum Einen die Erkenntnis, dass in Steiners ganzen erkenntnistheoretischen aber auch erkenntnispraktischen, philosophischen wie esoterischen Bemühungen, die letztlich immer wieder auf das Denken fokussieren, eben jene Idee steckt, dass der eigentliche Kern des Seins, das Urwesen alles Seins nicht Substanz, Materie, Geist oder andere Substrate sind, sondern dass sich alles Sein letztlich in einer Aktivität auflöst, auf die Steiner mit Begriffen wie Denken, Erkenntnis, Intuition verweist. Wenn ich mein Buch in einem Satz zusammenfassen sollte, dann würde ich so etwas schreiben wie: "der Ursprung und das Wesen allen Seins ist erkenntnishaft". <br />
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Das andere Anliegen ist die Anerkennung des Konstruktivismus als eines sehr feinsinnigen philosophischen Ansatzes, der auch in Wechselwirkung mit der Anthroposophie, sowohl in ihr als auch in sich, großartige Ideen hervorbringen kann und der keineswegs eine relativistische, egoistische und geistverneinende Theorie ist, sondern eine philosophische Haltung, die bei ihren Vertretern zu einer geradezu noblen theoretischen Zurückhaltung, zu diskursiver Toleranz und reflektiver Ernsthaftigkeit führt. Den Konstruktivismus als solchen zu vertreten, aber auch die Anthroposophie für diese ihr eigentlich immanente Perspektive zu öffnen und sie damit auch an die gegenwärtige philosophische Entwicklung anzuschließen, sind mir besondere Anliegen.<br />
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Hierfür von berufener Seite gelobt zu werden, ist genau die Anerkennung, um derentwillen der Narziss in mir das Buch geschrieben hat. Danke Henk Goorhuis!<br />
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Eine weitere Rezension, die dieser Tage erschienen ist, findet sich in der Zeitschrift "Das Goetheanum"&#160;<a href="http://www.dasgoetheanum.ch/"><img src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg" alt="External Link" title="Link to: http://www.dasgoetheanum.ch/" border="0"></a> aus Dornach, bekanntermaßen das offizielle Organ der Anthroposophischen Gesellschaft und der Hochschule am Goetheanum, das der journalistischen Reflexion des anthroposophischen Kulturschaffens gewidmet ist. Sie wurde verfasst von Renatus Ziegler, Mathematiker und Physiker am Forschungsinstitut Hiscia&#160;<a href="http://www.hiscia.ch/mitarbeiter/ziegler.htm"><img src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg" alt="External Link" title="Link to: http://www.hiscia.ch/mitarbeiter/ziegler.htm" border="0"></a> . Er war vor ca. 7 Jahren bei einigen der Sitzungen jenes philosophischen Kreises von Jens Heisterkamp in Frankfurt dabei, in dem letztlich die Idee zu meinem Buch gereift ist. Schon dort, aber auch bei der Lektüre seines Buches "Intuition und Ich-Erfahrung" habe ich ihn als jemanden kennen gelernt, der "mit dem Denken Ernst macht" und der insbesondere jene für die Anthroposophie, aber eben auch für phänomenologische, systemische und konstruktivistische Ansätze typische Umstellung des Fokus vom Denkinhalt (der rein analytischen Gültigkeit des Gedankens) auf den Denkakt (der Bewusstseinsoperation als konkretem Phänomen) – oder mit Husserl gesprochen vom Noema auf die Noesis – zum paradigmatischen Ausgangspunkt macht. <br />
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Diese Übereinstimmung – und das zeigt sich auch in der zweiseitigen Behandlung meines Buches – findet aber insbesondere auf der pragmatischen Ebene statt. Bei Zieglers Rezension zieht der Narziss in mir seine Genugtuung nicht nur daraus, dass mein Buch überhaupt zur Kenntnis genommen wird, sondern dass es als <cite>"eine mit Denk und Erlebensfreude zu lesende Einführung in eine monistische Erkenntnistheorie"</cite>&#160;(Das Goetheanum Nr. 49/08, S. 7-8) bezeichnet wird. <cite>"Das eigene Denken wird herausgefordert und nicht ersetzt: Erkenntnistheorie als persönliche Erlebnispraxis."</cite>&#160;(ebd.) Renatus Ziegler ist einer jener doch seltenen Menschen, denen Denken ein echtes Anliegen ist und das spiegelt sich für mich und meinen Narziss in seiner Rezension als Anerkennung wieder, die ich dankend aufnehme und die ganz und gar unbeschadet davon bleibt, dass wir offenbar inhaltlich nicht zur selben Position finden. <br />
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Das schöne an der Rezension ist, das Renatus Ziegler meine Gedanken präzise verstanden und wiedergegeben hat. Durch einen Konjunktiv will er mir ein Hintertür öffnen, die ich aber gar nicht brauche, denn es trifft exakt das, was ich meine, wenn er schreibt <cite>"Mir scheint als würde Grauer Verschiedenheit und Unterscheidung identifizieren und damit den Erkenntnisakt zum Seins- oder Schöpfungsakt (im Kontrast zum Bewusstseinsakt) machen. Damit wird Erkenntnistheorie zur Ontologie und Bewusstseinsentwicklung zur Weltentstehung."</cite>&#160;(a.a.O.) Ganz genau! Allerdings nicht "im Kontrast zum Bewusstseinsakt" sondern "als Bewusstseinsakt". <br />
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Für mich wird nicht ganz klar, ob Renatus Ziegler meinem Monismus wirklich einen Dualismus entgegenstellen will. Es hat zunächst den Anschein, ich gebe aber auch zu, dass mein Begriff des "ontologischen Monismus" etwas dunkel ist. Dahinter steht der Versuch, die offensichtlichen Schwächen eines radikalen Monismus zu relativieren. Unter ontologischem Monismus verstehe ich die Auffassung, dass das Sein nur dann wirklich als monistische Einheit zu bezeichnen ist, solange es als ununterschiedenes Sein, gleichsam als bloßes Welt-Potential verstanden wird. Sobald es zur Erscheinung und damit zum Seienden und Existierenden wird – also zur eigentlichen "Welt" – so entäußert es sich schon in eine Dualität, die sich in dem Begriff der Unterscheidung findet. Wo immer uns Welt begegnet, begegnet sie uns notwendigerweise dualistisch. Der Dualismus ist gleichsam im "Begegnen" bereits eingebaut. Zugleich ist aber in der Unterscheidung auch die Einheit immer schon eingebaut, weil nur unterschieden werden kann, was Eins ist und weil der Akt des Unterscheidens zugleich das Unterschiedene gleichsam als Objekte der einen Unterscheidung verbindet. Dieses Eins sein ist aber kein existierender, sondern nur ein potentieller Zustand, der das Sein als allgemeinste Spezifikation all dessen, was ist, charakterisiert. Erkenntnis und mit ihr die erscheinende Welt ist stets dualistisch, Einheit verbürgt nur die der Erkenntnis zugrunde liegende schiere Operationalität des Bewusstseins, die durch Unterscheidung diesen Dualismus erst schafft. Das ist mit dem Zusatz "ontologisch" zum Monismus gemeint und ich glaube, dass wir in diesem Punkt, nämlich der Ansicht, dass die Welt in letzter Konsequenz trotz aller Dualität einen ungeteilten Urgrund hat, zu einer Einigung finden können. <br />
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Wo die Kritik von Renatus Ziegler m.E. wirklich ansetzt, wird deutlich, wenn er meinem Verweis auf Steiners "das Subjekt lebt nur von des Denkens Gnaden" entgegen hält, dass diese Sicht nur für die analytisch-begriffliche Bestimmung des Ichs als Subjekt gilt und damit das Denken dem Subjekt nur systematisch voraus geht, dass aber eben dieses Bestimmen als Denkakt abhängig ist von meinem individuellen Ich, das den Denkakt hervorbringt. Dieses Argument ist glasklar und nachvollziehbar und vor dem Hintergrund der gesamten mitteleuropäischen Philosophiegeschichte fast trivial. Dennoch wendet es sich natürlich gegen einen der Kernpunkte meines Buches, gegen das, was ich im Rückgriff auf eine Formulierung Kants in einem Vortrag einmal als dritte Kopernikanische Wende bezeichnet habe und das mir wie ein Erweckungserlebnis durch die Lektüre der Systemtheorie von Niklas Luhman klar geworden ist: die Infragestellung des ontologischen Primats des Agens gegenüber dem Akt und die Formulierung der Idee, dass nicht das Agens den Akt, sondern der Akt das Agens hervor- oder besser vielleicht mit sich bringt. <br />
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Gerade in anthroposophischem Umfeld entzünden sich in Diskussionen gerade an dieser Idee immer wieder die engagiertesten Debatten und es stellt sich der Widerspruch für mich bisweilen weniger als rationale Überzeugung, sondern vielmehr als eine subtile Form der Angst vor dem Verlust des eigenen Ichs als letzter Bastion der Unhintergehbarkeit dar. Auch ich kenne diese Angst, denn sie ist eine systematische Angst, notwendig mit dem Ich und seinen Konstitutionsbedingungen verbunden. Und in ihr scheint mir das selbe Element zu liegen, das konstruktivistischen Ansätzen insgesamt als Vorbehalt oft entgegensteht: der vermeintliche Verlust eines sichernden Grundes, einer Verlässlichkeit und das Aufgehen jeglichen Sinns in relativistischer Beliebigkeit. Nicht dass das irgend ein Beweis für irgend etwas wäre, aber es ist ein Symptom dafür, dass dieses Problem nicht nur an die Grundfesten der Philosophie reicht, sondern auch an die existenziellsten Fragen, mit denen sich der Mensch überhaupt konfrontiert sehen kann. Und ich könnte mir nichts spannenderes vorstellen, als gerade an diesem Punkt in eine vertiefende Diskussion mit einem Gesprächspartner wie Renatus Ziegler einzutreten. Vielleicht ergibt sich in irgend einer Form die Möglichkeit dazu, denn es liegt mir fern, an dieser Stelle nun zu glauben, die Kritik von Ziegler irgendwie widerlegen zu müssen. Vielmehr möchte ich sie dankend auf- und zum Anlass nehmen, in einen philosophischen Dialog zu finden – jene Aktivität, in der das philosophische Herz seine höchste Bestimmung sieht.<br />

Wo steckt unser Ich?

Egal ob Materialist naturwissenschaftlicher Prägung oder anthroposophischer Spiritualist, die Antwort auf diese Frage ist im Grunde immer die gleiche. Das Ich wird als Zentrum der eigenen Person betrachtet, sei es nun im Sinne einer materiell-funktionalen Einheit oder im Sinne eines geistigen Wesenskernes. In jedem Falle wird das Ich als Subjekt des persönlichen Handelns und somit als Substrat unseres Handelns und unseres Bewusstseins betrachtet. Das Ich ist die letzte Instanz auf der Suche nach dem Agens hinter der Person und als solches die eigentliche geistige Identität des Menschen, die letzte Bastion der Wirklichkeit hinter den Schichten bloß außenweltlicher Prädikationen und Anhaftungen.<br />
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Doch was, wenn auch das Ich nur eine letzte Schicht der Äußerlichkeit ist, ohne weiteren Kern, ohne ein darunter liegendes Supersubstrat, ohne absolute Identität? Man kann auch bei Steiner über Passagen stolpern, wo er das Ich in der Umwelt verortet. Um das Ich zu finden, müssen wir nicht im Menschen, sondern in seiner Umwelt suchen. Das Ich ist nicht der Ausgangspunkt der Person und ihres individuellen Handelns, es ist vielmehr deren Ergebnis. Im Handeln, im Eingebundensein in die Mannigfaltigkeit der äußeren sinnlichen Welt, in der sozialen Interaktion und nicht zuletzt im Umgang mit der Körperlichkeit fügen sich Einzeloperationen zu einem Bedeutungszusammenhang des Operierens und Handelns zusammen, dessen Einheit wir als Subjekt und hypostasierend als Ich bezeichnen und erleben. Wir sind als Ich nichts anderes als die an der Beobachtung der Außenwelt gezeugte Innenwelt, gleichsam ein bloß perspektivisch gedachter Fluchtpunkt der Einheit der Mannigfaltigkeit des Äußeren Seins.<br />
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Wo also steckt unser Ich? Es steckt überhaupt nicht sondern ist nur ein Modus des die Außenwelt erlebend erschaffenden Bewusstseins, um diesem Erleben eine Einheit und damit eine Bedeutung zu geben. Wo wir einen Baum als Baum bezeichnen und ihm damit die für uns mit einem Baum verbundene Bedeutung geben, da reißen wir diesen Baum aus dem indifferenten Sein heraus in die Vereinzelung der sinnlichen Erfahrbarkeit. Die Leerstelle, die bleibt, der Negativabdruck im Sein, der durch das Entäußern des Baumes entsteht, den bezeichnen wir als Ich. Dieses Ich ist weder Urheber oder Vollstrecker des "Herausreißens", noch ist es ein unabhängig von der Äußerlichkeit (dem Baum) existierendes Substrat, es ist vielmehr eine hinterlassene Spur der Erzeugung der äußeren Wirklichkeit des Baumes durch das beobachtende und erlebende Bewusstsein. Im Grunde existiert das Ich damit im Baum und in allen Dingen und Wesen der Außenwelt. Es ist nichts anderes als der Umkehrschluss der Außenwelt, es ist das fundamentalste Wesen in den Dingen, das in der schieren Äußerlichkeit, dem sich Gegenüberstellen als solchem besteht. Ich ist nichts anders als Außenwelt zu haben und die gesamte Vielfalt der Außenwelt repräsentiert das Wesen und die Individualität des Ich. Wir sind die Welt, in der wir leben. Im Kern der Zwiebel aus Schichten an Außenwelten bleibt nichts übrige. Ich bin selbst die Zwiebel!<br />
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Es ist letzlich dieser Gedanke, den das Buch "Wo steckt unser Ich?" in drei Beiträgen auf drei ganz unterschiedlichen Ebenen verfolgt: im Anschluss an das Konzept des "Zwischen-Menschen", eines kollektiven und überindividuellen Ich in der Japanischen Sprache und Lebensphilosophie (Gernot Böhme), in einer gehirnphysiologischen Betrachtung des Verhältnis von Bewusstsein und Umwelt (Thomas Fuchs) und in einer konsequent phänomenalistischen Betrachtung von biologischen Rhythmen als Wechselspiel von Entäußerung und Identifikation (Jan Vagedes). Insbesondere der Beitrag von Gernot Böhme stellt dabei das westlich-europäische Konzept des Ich so radikal in Frage, dass man sich beim Lesen mehrfach versichern muss, tatsächlich ein Buch aus einem anthroposophischen Verlag in Händen zu halten. Denn die Anthroposopohie pflegt in weiten Teilen aus ihrem individualistischen Ansatz heraus eine positivistische Verabsolutierung des Ich als eigentliche, geistige Wirklichkeit, die das zur Maja degradierte äußere sinnliche Sein nur ersetzt, um nicht in das schwarze Loch eines Nihilismus zu fallen. <br />
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Umso erstaunlicher und erfreulicher ist dieses von Andreas Neider herausgegebene Buch. Es ist ein Beitrag dazu, die Anthroposophie in einen modernen Diskurs sowohl auf naturwissenschaftlichem als auch spirituellem Gebiet einzubinden und sie an ihre wirklich originellen Ideen zu erinnern, mit denen Steiner bereits vor einem guten Jahrhundert moderne Bewusstseinskonzepte antizipiert hat, indem er das Denken als den eigentlichen Quell der Wirklichkeit und damit auch als Erzeuger des Ich identifiziert und ins Zentrum seines Schaffens gestellt hat.<br />
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Andreas Neider (Hrg.): Wo steckt unser Ich?<br />
Beiträge einer 'sphärischen Anthropologie'<br />
Verlag: Freies Geistesleben 2008, 128 Seiten, ISBN10: 3-772-52192-4 / ISBN13: 978-3-772521-92-8<br />
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Missionen – Brief statt Rezension

Lieber Sebastian,<br />
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meine Vorstellung Deines Buches soll nun ebenso persönlich werden, wie das Buch es ist. Subjektiv muss diese Rezension ohnehin sein, denn ein Buch, auf dessen Einband man seinen eigenen Namen findet, kann man nicht unbefangen lesen. Von Freundschaft und „Geheimbünden“ ganz zu schweigen…<br />
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Dieser subjektive Blick erlaubt es mir aber auch, ganz unausgewogen nur über das zu schreiben, was mich besonders berührt hat und zu loben und tadeln, wie es mir gefällt und all das, was alles noch in dem Buch steht, unerwähnt und den Leser Deines Buches entdecken zu lassen. Ich hatte mich ehrlich gesagt etwas vor dem Buch gefürchtet, weil ich der Überschwänglichkeit Deines Stils nicht in allen Deinen Texten Sympathie entgegen bringen konnte – ganz anders als in Deinen Vorträgen übrigens! Auch hoffte ich nicht zu sehr mit Heldenepen und Aufrufen zu allerlei Kreuzzügen behelligt zu werden – der Titel „Missionen“ dient ja dahingehend eher abschreckend. Glücklicherweise wurde ich in allen diesen Dingen weitgehend enttäuscht. <br />
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Sicher, mit Diskussionen über den Begriff der Elite und über die Bedeutung von Gewaltmonopol und Selbstverteidigung könnten wir beide noch einige Abende füllen, aber auch die wären nicht grundsätzlicher sondern nur differenzierender Natur. Und der am Anfang noch etwas unsichere und durchaus hier und da zum emotionalen Schnörkel neigende Stil reift im Verlaufe des Buches zu einem echten Charakter heran. Ich möchte sogar behaupten, dass Du mit diesem Buch stilistisch ein neues Genre erfunden hast: ein zwischen Schrift und Sprache angesiedeltes Selbstgespräch mit dem Leser. Wenn ich das so sagen darf. Und ich finde das nicht nur höchst erquicklich sondern auch eminent modern. <br />
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Sachlich gefällt mir das 6. Kapitel am besten. Und zwar trotz oder gerade weil ich dort auch die wenigen Anlässe für Einwände finden würde. Wie ein reinigendes Gewitter hast Du die verstaubten Begriffe und Mottenkisten der Anthroposophie abgestaubt, ausgemistet und mit neuem Glanz versehen. Und das nicht durch Überlackieren der Patina, sondern durch deren Entfernen, so dass sie wieder von innen heraus strahlen können. Du ersetzt zwar die Mythologeme der traditionellen Anthroposophie oft auch nur durch neue Mythologeme, aber eben durch solche, die der Gegenwart entstammen und nicht dem Mittelalter und der Romantik, und die außerdem durchsichtig genug sind, um mithilfe Deiner einfühlenden Erläuterungen als solche im Wortsinne durchschaubar zu werden. Auch hier setzt Dein Buch neue Maßstäbe. Die Leichtigkeit, mit der Du in einem Atemzug über Steiner, Freiheit, Toilettenpapier, Liebe, Sex und Klofrauen sprechen kannst, ohne trivial oder lächerlich zu werden, aber auch ohne Überheblichkeit und Defätismus, ist eine Qualität, die in der Anthroposophie so neu ist, dass ich noch keinen Begriff dafür finde. <br />
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Besonders aber gefällt mir das Begriffspaar „Grundlegend“ und „Bedeutend“, mit dem Du eine ganze Hundertschaft saublöder Alternativen und scheinbarer Antinomien transzendierst. Diese Begriffe hast Du so brillant konturiert, dass sich daraus in ganz wunderbarer Weise die Idee der Entwicklung und dessen, was Du Mission nennst, gegen den einschläfernden Kultur- und Bewusstseinsrelativismus behauptet, und zwar ganz frei von teleologischer Dogmatik einerseits und kulturchauvinistischer Überheblichkeit andererseits, weil Du Entwicklung und Mission stets vom Individuum, vom Subjekt und seiner konstruktiven Perspektive her denkst und so den Fehler der Verabsolutierung der Hierarchisierungen vermeidest. Bedeutend ist, wem ich Bedeutung verleihe, Grundlegend ist, worauf ich gründe. „Das ist meine Mission“ rufst Du dem Leser zu und fragst zugleich: „und was ist Deine?“ Wunderbar! <br />
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Rudolf Steiner erklärte irgendwo und irgendwann auf die Frage nach der rechten Art, seine Philosophie der Freiheit aufzufassen, dass es sich dabei „nur“ um das Protokoll seines persönlichen Erkenntnisdramas handelt und dass die wahre Lektüre der Philosophie der Freiheit für den Leser eigentlich darin bestehen müsste, seine ganz eigene, individuelle Philosophie der Freiheit zu schreiben. Dein Buch ist eine solche und eine großartige dazu. Vielleicht ist historisch gesehen die von Steiner größer, aktuell betrachtet ist die Deine in jedem Falle zeitgemäßer und hat das Zeug, gerade für die jungen Menschen unserer Zeit zum Kultbuch zu werden. Für mich ist sie das schon jetzt. Danke!<br />
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Herzlichst, <br />
Dein Christian<br />
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Sebastian Gronbach: Missionen <br />
Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008<br />
ISBN 9783772520778,

Die neue Waldorfschule

<em>„Denn nichts haben wir in der Sache, um die es geht, dringender nötig als Phantasie“</em><br />
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Die Sache, um die es in dem neuen Buch von Rüdiger Iwan geht, ist jene seit fast 90 Jahren erfolgreiche Schulform, die sich „Phantasie“ quasi als Markenzeichen reserviert hat: die Waldorfschule. Die Diagnose „Phantasiemangel“ ist wahrscheinlich das fundamentalste und radikalste Urteil, dem sich die Waldorfschule ausgesetzt sehen kann. Aber hier wütet keineswegs ein außenstehender Kritiker, der Waldorf ausrotten will, hier schreibt ein engagierter Waldorflehrer und die drastische Schärfe seiner Diagnose resultiert nicht aus ablehnender Distanz sondern aus verantwortungsvoller Liebe zum Gegenstand: zur pädagogischen Ursprungsidee der Waldorfschule!<br />
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Rüdiger Iwan formuliert in seinem Buch „Die neue Waldorfschule“ in sachlich und fachlich fundierter Kritik all jene Enttäuschungen und Vorbehalte gegen die Entwicklung bzw. Nicht-Entwicklung der Waldorfschulen, die in mir als ein Gebräu aus unreflektierter Schülererfahrung, dumpfen Ahnungen, philosophisch abstrakten Überlegungen und zersplitterten Einblicken und Informationen seit langem rumoren. Ich möchte dieses Buch und seinen Autor dafür umarmen! Es ist eine Wohltat, seinen sachlichen Darstellungen, seinen zielsicheren Analysen und seinen Ideenreichen Konzepten zu folgen. Ein Buch, das Mut macht, das auf Zukunft hoffen lässt, das Anthroposophie als Gegenwart erleben lässt, das mir Zuversicht gibt, nicht allein zu sein mit dem Drang, nicht nur Formen von Schule sondern Schule als Form in Frage zu stellen und nach modernen Konzepten zu suchen, die Strukturen ändern und nicht nur Etiketten, die neue Lebenswelten schaffen und nicht nur bildungsbürgerliche Schutznischen.<br />
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Denn die Kritik richtet sich nicht an die Idee der Waldorfschule, sondern an die konkrete Form, in der diese Idee zur eigenen Karrikatur erstarrt ist. Iwan geißelt das unreflektierte Tradieren von starren Formen, das hilflose sich Ausliefern unter den scheinbaren Druck staatlicher Vorgaben (Dauermenetekel „Abitur“) und den Dilettantismus und die Ignoranz bei der Reflexion von Strukturen, Prozessen und Methoden sowohl im pädagogischen, didaktischen als auch im administrativen Bereich. Dabei muss er nur selten moderne wissenschaftliche Erkenntnisse oder revolutionäre Ideale als Maßstab heranziehen, es genügt meist der Vergleich mit den Ausführungen und Anregungen Rudolf Steiners, mit denen dieser seine Ideen dem Gründungskollegium zu vermitteln versuchte – offenbar schon damals ohne großen Erfolg – um zu zeigen, wo die real existierende Waldorfpädagogik feststeckt.<br />
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Anhand von exemplarischen Kochlöffeln – eine anekdotische Metapher für die unreflektierte Pflege von inhaltsentleerten Formen – zeigt Rüdiger Iwan ganz konkret, wie die revolutionären Ideen Steiners in den Waldorfschulen den angestammten Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten einer preußisch-behördlichen Schul- und Lehrermentalität und der Ideenlosigkeit eines sich selbst reproduzierenden Erfolgsmodelles zum Opfer fallen: Monatsfeier als institutionalisierte Langeweile, Verbalbeurteilung als subjektivierte Buchstabenzensur, Hausaufgaben als Vernichtung von Qualitätsansprüchen, Epochenunterricht als Scheinalternative zum Stundenplan. Er entzaubert den Nimbus dieser Parade-Waldorf-Institutionen, indem er zeigt, dass sie nur als leblose Blaupausen einer einst lebendigen und auf Entwicklung angelegten Idee fortbestehen und dass sie teilweise geradezu kontraproduktiv das am Schüler orientierte Waldorf-Ideal negieren. Er entwickelt und beschreibt aber auch Alternativen und Lösungsmodelle, die oft überraschend kreativ die scheinbar festgefahrenen Kontroversen und Antinomien transzendieren. Und er tut dies nicht als theoretischer Utopist, sondern als Pädagoge in der konkreten Praxis der Schulwirklichkeit oder anhand von realen Modellprojekten, die weit ab von der Waldorfwirklichkeit pädagogische Zukunft erfinden.<br />
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Und so doziert Iwan im zweiten, „positiven“ Teil seines Buches keineswegs über methodische Theorien, er erörtert keine didaktischen Konzepte und er analysiert weder Feldstudien noch Statistiken. Er erzählt, was bereits an einzelnen Schulen, in einzelnen Projekten, in seiner eigenen Klasse und bei einzelnen Kollegen gemacht wird. Vom Portfolio, von bewegten Klassenzimmern, von Projektunterricht, von Schülern, die in der Pause freiwillig über den Unterrichtsinhalt diskutieren, von Lehrern, die ihre Rolle als Dozent gegen die des methodischen Beraters eintauschen. Von Drittklässlern die ihren Mitschülern aus der Zweiten die selbstgebauten Häuser „verkaufen“, von Arbeitgebern und Ausbildern, die gerne auf abstrakte Zensuren verzichten und ganz wild auf konkrete Leistungsvorlagen sind, von Personalchefs großer Unternehmen, die eine erweiterte Monatsfeier nutzen, um mit möglichen Azubis über deren Arbeitsproben zu sprechen. Die Berichte sind so lebendig und die neuen Methoden – deren Vielfalt hier nicht einmal ansatzweise mitgeteilt werden kann – leuchten dem Leser so unmittelbar ein, dass die erläuternden Worte des Autors im Grund überflüssig sind. Iwan breitet weniger systematisch als exemplarisch eine Collage aus Anregungen und Ideen für „Lernen in Freiheit“ und „Lernen aus dem Leben“ aus, die nur zu lesen auch für einen ehemaligen Waldorfschüler eine wahre Erlösung sind! Ihre lebenspraktische Wahrheit ist unmittelbar sichtbar wie die ästhetische Unanzweifelbarkeit eines Gemäldes von Marc Chagall oder einer Symphonie von Beethoven. <br />
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Denn im Grunde sind es – und das ist das vernichtendste Urteil für den status quo der Waldorf- und sonstigen Schulen – denn im Grunde sind es Binsenweisheiten, auf denen die Methoden beruhen: Selbstverantwortung, Eigenkontrolle, Veranschaulichung, Feedback, Reflexion, Phantasie, Teamarbeit, Gegenseitiges lehren und lernen, Realitätsbezug, Positive Verstärkung, Motivation und so weiter und so weiter. Es braucht nur Phantasie und pädagogische Fertigkeit, sie in Lernmodelle zu konkretisieren und Mut, sie gegen die eigenen und die gesellschaftlichen Gewohnheiten und Vorurteile auf allen Ebenen durchzusetzen.<br />
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Mein Loblied mag subjektiv sein wie es will und die „neue Waldorfschule“, die Iwan als Leitbild und Zukunftsziel entwirft, mag als Konzept im Detail überzeugen oder nicht – der Gewissensfrage, die er mit der Analyse der Defizite und dem Aufzeigen realer Möglichkeiten zu einem radikalen Methodenwandel stellt, kann sich niemand mehr entziehen. Und seine Aufarbeitung des status quo und der Geschichte der Waldorfschule ist ein Meilenstein inneranthroposophischer Reflexion und Kritik und in ihrer Sachlichkeit und Präzision in diesem Bereich einzigartig. Denn die Waldorfschule steht, wie Iwan präzise diagnostiziert, an dem Scheideweg, ob sie von der alternativen Schulform, die sie (noch) ist, zu dem werden will, was sie ursprünglich sein wollte: eine Alternative zur Schule! oder ob sie auch den letzten Rest an Originalität der Anbiederung an Sachzwänge und Phantasielosigkeit opfern und zur privaten Regelschule verkommen will. <br />
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Das Buch stellt damit die alles entscheidende Frage, ob „Waldorf“ nur noch eine sich an ihrer Umgebung abschleifende, historisch irgendwie entstandene und tradierte Form ist, oder ob die originäre Idee, in der diese Institution als Alternative zur Schule ihren Ursprung hat, noch lebt und in Gegenwart und Zukunft entwicklungsfähig ist. Und so wird an diesem Buch langfristig keiner vorbei kommen, der sich ernsthaft mit dem Thema Waldorf auseinandersetzen will. „Die neue Waldorfschule“ von Rüdiger Iwan ist Pflichtlektüre für Waldorfeltern ebenso wie für jeden einzelnen Waldorflehrer. Wie diese für sich selbst die Fragen beantworten, die das Buch stellt, entscheidet über die Zukunft der Waldorfschulen.<br />
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Rüdiger Iwan: Die neue Waldorfschule. Ein Erfolgsmodell wird renoviert<br />
Rowohlt Verlag, Hamburg 2007<br />
ISBN 9783498032289<br />

Jetzt regulier ich mich selbst!

Gesundheit ist keine Frage der Vermeidung bzw. Behebung von Defekten, sondern das permanente Aufrechterhalten eines unnatürlichen Zustandes: das kontinuierliche Beleben, Bewegen und Begeistern eines Materiehaufens, der für sich gesehen viel lieber zusammenfallen würde.<br />
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Frank Meyer&#160;<a href="http://www.selbstregulation.de"><img src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg" alt="External Link" title="Link to: http://www.selbstregulation.de" border="0"></a> , der für mich nicht nur ein engagierter Arzt ist sondern auch postmoderner Schamane und virtueller Guru, hat mir diese Erkenntnis in einem Zustand real praktisch vermittelt, in dem sich meine Erfahrung gerade das genaue Gegenteil davon zueigen gemacht hatte. <br />
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Jetzt hat er eine Sammlung seiner Aufsätze bei Info3 als Buch herausgebracht. Die Aufsätze behandeln alltägliche Gesundheitsthemen und regen mit undogmatischer Frische zu einer neuen Perspektive auf alte Probleme an. Selbstregulation ist nicht das blinde Vertrauen auf Selbstheilung sondern das aktive Gestalten seiner Gesundheit durch einen achtsamen und lebensfreundlichen Umgang mit dem eigenen Organismus.<br />
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Ich empfehle das Buch nicht, weil ich für den Verlag arbeite, sondern weil ich Frank kenne und seine magische Fähigkeit, die Selbstregulation anzuregen, wortwörtlich am eigenen Leib erlebt habe.<br />
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&raquo;&#160;<a href="http://shop.info3.de/product_info.php?info=p972">Kaufen!</a><br />
&raquo;&#160;<a href="http://www.selbstregulation.de">www.selbstregulation.de</a><br />

Buch

Ich habe ein Buch geschrieben. Jetzt kann man es kaufen und auch lesen. Es ist der Versuch, eine Lichtung ins Schachtelhalm-Dickicht zu schlagen, ohne gleich alles niederzubrennen. <br />
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<div style="float:left; padding: 0 1em 1em 0;"><br />
<a class='serendipity_image_link' href='http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/Buch/titelblatt250.jpg'><!– s9ymdb:26 –><img width='100' src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/Buch/titelblatt250.serendipityThumb.jpg" alt="" style="border:0;"/></a><br />
</div><br />
<strong><a href="http://shop.info3.de/product_info.php?info=p12_Am-Anfang-war-die-Unterscheidung.html">Christian Grauer: Am Anfang war die Unterscheidung.</a> </strong><br />
Der ontologische Monismus – eine Theorie des Bewusstseins im Anschluss an Kant, Steiner, Husserl und Luhmann. <br />
Info3 Verlag Frankfurt am Main 2007, 109 Seiten, kartoniert, Euro 13,60<br />
Erschienen als Band 11 in der Schriftenreihe Kontext.<br />
ISBN 978-3-924391-37-9<br />
&#160;<a href="http://shop.info3.de/product_info.php?info=p12_Am-Anfang-war-die-Unterscheidung.html"><img src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg" alt="External Link" title="Link to: http://shop.info3.de/product_info.php?info=p12_Am-Anfang-war-die-Unterscheidung.html" border="0">Jetzt bestellen!</a> <br />
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Mehr über das Buch:<br />
&#160;<a href="http://www.schachtelhalm.net/s9y/serendipity_admin.php?serendipity[action]=admin&serendipity[adminModule]=entries&serendipity[adminAction]=edit&serendipity[id]=42"><img src="http://www.schachtelhalm.net/s9y/uploads/linkicon.jpg" alt="External Link" title="Link to: http://www.schachtelhalm.net/s9y/serendipity_admin.php?serendipity[action]=admin&serendipity[adminModule]=entries&serendipity[adminAction]=edit&serendipity[id]=42" border="0">Goorhuis und Ziegler über mein Buch</a> <br />