Stephan Guber

Ich bin ab sofort offizieller Stephan Guber Fan!

Vorgestern haben ich einen Vertrag unterzeichnet, der dem Künstler  Stephan Guber eine monatliche Zuwendung meinerseits sichert, und mir den Zugriff auf seine Kunstwerke im Gegenwert der Zuwendung, sowie ein paar besondere Privilegien, über die ich mehr erfahre, wenn ich demnächst mein „Starter-Kit“ erhalte, das der Künstler mir in Aussicht stellte, als ich den Vertrag anlässlich einer Ausstellungseröffnung im Rathaus in Eschborn bei Frankfurt übergab. Stephan Guber finanziert sein Leben nun schon seit vielen Jahren mit diesem Modell. Ein partielles Grundeinkommen könnte man das nennen und es scheint zu funktionieren.

Das liegt allerdings nicht nur an der Originalität dieses Finanzierungsmodells, sondern schlicht an der Qualität seiner Arbeit. Sein thematischer Grundstrom ist „das Rätselhafte“, sein Material ist Holz, Feuer, Bienenwachs und andere urtypische Naturmaterialien. Seine schlanken, schüchtern-heroischen Holzplastiken arbeitet er unter anderem mit der Motorsäge aus mannshohen Eichen-Spaltlingen heraus. Mit dem Flammenwerfer werden die Figuren in ihr eigenes Kohlekleid gehüllt, das dann im Gesicht wieder teilweise abgeschliffen wird, so dass das Holz hervorleuchtet. So entstehen geheimnisvolle Figuren, düster und leuchtend zugleich, wie traumwandelnd eine Verheißung flüsternd.

Auch in den Bildern – auf Holz gebrachtes Bienenwachs, Pollen, Kohle und anderes – spürt man, wie der Künstler dem Material eine Geschichte abringt. Immer versucht, nichts aufzuzwingen sondern die Formen entstehen zu lassen, aber stets aufmerksam kontrollierend, um nicht Beliebigkeit entstehen zu lassen. Auch die Bilder bleiben in jenem instabilen Gleichgewicht zwischen Offenbarung und Verhüllung, das unsere ästhetische Phantasie herausfordert und uns jenen Dialog fühlen lässt, in dem der Künstler mit seinem Werk stand.

Selten habe ich den Eindruck, so authentisch und intim durch das Werk ins Innere des Künstlers zu blicken. Man erlebt im Betrachten mit, wie der Künstler der Form nachspürt. Das Rätselhafte, das Geheimnisvolle, dieses Paradox aus Unsichtbarkeit und Verlockung, dieses Wechselspiel aus Vorenthaltung und sich Zeigen, ist das Urbild von Dialog und Kommunikation und die eigentliche Erotik der Begegnung. Meisterhaft ist die unprätentiöse Ästhetik, mit der Guber diese Urgesten so faszinierend in Szene setzt, dass man den Blick nicht mehr abwenden kann. Und am Ende sind seine Werke eines vor allen anderen Dingen: außergewöhnlich schön!

Mehr Info:  www.stephan-guber.de
Titelbild: Stephan Guber: Ausschnitte aus „das Paradies“

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