Schule zum heulen!

steinchenspielen

Es kommt bisweilen vor, dass einem die Lektüre eines richtig guten Romans oder einer schönen Novelle die Tränen in die Augen treibt. Aber bei einem Sachbuch? Ich glaube das ist mir noch nie passiert. Bis ich das Buch “Endlich frei” gelesen habe. Nein, es ist kein Erweckungsbuch, kein spiritueller Berater und auch keine Anleitung, wie ich meinen Keller aufräume. Es erzählt vielmehr von einer Vision. Von der Vision einer Schule, die Kinder in völliger Freiwilligkeit erzieht. Das Buch breitet keine Theorien und pädagogischen Konzepte aus. Es schildert vielmehr ganz konkret den Alltag dieser visionären Schule. Wie die Schüler lernen, was sie machen, wie Entscheidungen getroffen werden, was aus den Schülern nach der Schulzeit wird, wie die Mitarbeiter arbeiten und welche Aufgaben sie haben.

Zugrunde liegt der Vision die Idee, dass Kinder freiwillig lernen, wenn man sie lässt. Und sie zu lassen heißt in dieser Schule, dass kein Kind zu irgend etwas gezwungen wird. Jedes Kind lernt was es will, wann es will und wie es will. Es gibt keine Schulstunden, keine Klassenzimmer, keine Pausen und keine Noten. Die Lehrer, die sich Mitarbeiter nennen, helfen den Kindern nur, wenn diese das ausdrücklich wünschen. Sie vereinbaren mit den Kindern die Modalitäten des Unterrichts und fordern dann auch Verbindlichkeit – pünktliche Teilnahme, Arbeitspensum etc. Aber es steht den Kindern frei, diese Modalitäten zu akzeptieren oder nicht. Sie sind nicht gezwungen, mitzumachen. Aber nicht nur das Lernen, auch die Verwaltung der Schule und der Schulgemeinschaft findet nicht über die Köpfe der Kinder hinweg, sondern gemeinsam mit diesen. Alle wichtigen Entscheidungen werden von einer Vollversammlung beschlossen, an denen jedes Schulmitglied, d.h. jeder Mitarbeiter und jeder Schüler teilnehmen kann und je eine Stimme hat. Die Mehrheit entscheidet. Für bestimmte Aufgaben – z.B. die Verwaltung der Bibliothek – werden Kommissionen oder Verantwortliche auf Zeit gewählt. Auch Schüler wohlgemerkt, nicht nur Mitarbeiter. Dabei wird dem Grundsatz gefolgt, so wenig wie möglich zu regeln und so wenig Kommissionen wie möglich abzustellen. Was sich von allein regelt, soll sich von allein regeln. Und schließlich gibt es noch eine Justizkommission, die im Rotationsverfahren besetzt wird – mit Schülern und Mitarbeitern – und die im Streitfall und bei Regelverletzungen zu schlichten und zu sanktionieren hat.

Das sind die Rahmenbedingungen. Spannend ist das Buch aber dort, wo beschrieben wird, wie die einzelnen Schüler mit diesem System umgehen und was erstaunliches dort alles möglich ist. Da gibt es tatsächlich Schüler, die ihre ganze Zeit darauf verwenden, zu Angeln. Oder die sich eine Dunkelkammer einrichten und sogar bei einem externen Fotolabor eine Ausbildung machen. Es gibt Schüler, die Mitarbeiter damit beauftragen, ihnen die Algebra beizubringen und die dies in wenigen Monaten mit enormem Fleiß bewerkstelligen. Freiwillig wohlgemerkt. Es gibt auch Schüler, die aus konventionellen Schulen wechseln, weil sie dort “auffällig” wurden. Sie sitzen tatsächlich fast ein ganzes Jahr da und tun nichts. Und niemand kümmert es. Sie werden beobachtet, sie werden in die Gemeinschaft aufgenommen, aber sie werden weder gezwungen noch gedrängt noch auf subtile Weise verführt, doch endlich etwas zu tun. Man wartet, nicht ohne Furcht aber mit Überzeugung. Und irgendwann wird auch diesen Schülern das Nichtstun zu öde und sie beginnen etwas zu tun. Und sei es nur, auf der Wiese beim Baseball mitzuspielen. Den Anfang dieser erstaunlichen Geschichten macht eine Schülerin, die bereits die Schule verlassen hat und nun versucht, ohne Zeugnis, ohne Beurteilung sich an einer Hochschule zu bewerben. Und nicht irgendeine, sie will auf eine ganz bestimmte. Natürlich scheitert sie zunächst an den fehlenden Formalien. Aber sie gibt nicht auf, sie fragt sich durch, sie redet mit den Professoren, sie präsentiert sich, sie begründet ihre fehlenden Unterlagen, sie berichtet von ihrer Schule. Sie ist es nämlich gewohnt, Eigeninitiative zu entwickeln. Nichts anderes hat sie ihre gesamte Schulzeit gemacht. Und sie überzeugt die Hochschule schließlich und legt ein erfolgreiches Studium ab.

Die Lektüre des Buches hat mir das Leben und die Atmosphäre an einer solchen Schule so plastisch vor Augen geführt, dass es mir vorkommt, als wäre ich selbst dort gewesen und hätte mit eigenen Augen gesehen, wie Schüler den ganzen Tag tun, was sie wollen und dabei nicht nur alles lernen, was sie für ihr Leben brauchen, sondern vor allen Dingen den Weg in dieses ganz individuelle Leben finden, weil niemand ihnen etwas aufzwingt, weil sie frei sind, ihren Neigungen und Fähigkeiten zu folgen, weil sie Selbstbestimmung lernen und ganz besonders weil sie von Kindesbeinen an als Personen mit eigenem Denken und Wollen ernst genommen werden. Ich war beim Lesen dieses Buches wie in Trance, weil es das Bild einer Schule vor mich hinstellte, das ich in dieser konkreten und radikalen Form selbst zwar noch nie formuliert hatte, das aber in allen Details auf geradezu magische Weise all der Kritik, die ich an dem habe, was ich als Schule kenne, eine positive Auflösung gegenüber stellte. Diese Schule, die manchem Leser wahrscheinlich endlos weltfremd und extremistisch erscheinen mag, hat meine Überzeugungen im innersten getroffen und ich bin seither wie erlöst, weil ich weiß, dass ich mit meinen bis dahin durchaus vagen Ideen nicht allein bin.

Denn das erstaunlichste an diesem Buch verrate ich zuletzt: diese Vision einer freien Schule, die auf uns, die wir das preussische Schulwesen im Blut haben, wie eine wahnwitzige Spinnerei wirken mag, lebt nicht nur in den Köpfen von ein paar durchgeknallten Freiheitsfetischisten wie mir, sondern sie existiert wirklich. Und zwar schon seit 44 Jahren! 1968 wurde die erste Sudbury Valley School in Framingham im Staate Massachusetts (USA) gegründet und sie wirft seither jedes Jahr gesunde, durchschnittlich erfolgreiche Schüler in die Welt. Ohne sie zu irgend etwas gezwungen zu haben. Ist das wirklich wahr? Offenbar ja. Ich hätte es auch nicht geglaubt, hätte ich es nicht selbst gelesen. Lesen auch Sie es und überzeugen Sie sich, dass es seit 44 Jahren eine und mittlerweile mehrere Schulen gibt, die alle traditionellen und für unantastbar gehaltenen Prinzipien des Lernens und der Schulpädagogik Lügen strafen!

Daniel Greenberg: Endlich frei!: Leben und Lernen an der Sudbury Valley Schule, Arbor-Verlag 2004

Website der Schule: www.sudval.org

Freie Gesellschaft

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Wenn ich von den Vorzügen einer freien Gesellschaft ohne Staat schwärme, werde ich gerne gefragt, wie ich mir das vorstelle, wie das funktionieren soll? Wie soll beispielsweise der freie Markt den sozialen Wohnungsbau organisieren? Wer kümmert sich um die Straßen? Wer schützt uns vor Räubern? Wer hilft den Armen? Und überhaupt: freie Gesellschaft? Wie soll man das durchsetzten ohne Staat?

In der Tat fällt es schwer, auf diese Fragen konkret zu antworten. Meist bleibt nicht mehr als der allgemeine Verweis auf die selbstorganisierenden Mechanismen einer freien Gesellschaft. Denn die Fragen selbst sind schon falsch gestellt. Es ist ein wesentliches Merkmal der Freiheit, das Gegenteil von Determiniertheit zu sein. Eine freie Gesellschaft lebt von der unendlichen Vielfalt an Methoden und Lösungen, die der freie menschliche Geist entwickelt. Demzufolge ist auch ihre Form nicht determiniert und daher nicht planbar, nicht im Voraus festlegbar. Es sind Bedingungen formulierbar, die aber sämtlich negativ sind, d.h. die nicht beschreiben, was sein muss, sondern was nicht sein soll: nämlich Zwang und Herrschaft. Unsere sogenannte Konsumgesellschaft mag sich überflüssigen Dingen widmen, aber sie hat bewiesen, dass der freie Geist im freien Markt, angetrieben von Eigennutz, zu erstaunlicher Kreativität fähig ist.  Diese unplanbare Kreativität zu entfesseln, statt sich aus Furcht vor dem Unbekannten auf die wenigen planbaren Rezepte zu verlassen, die in einem staatlichen Verwaltungsapparat durchführbar sind, ist die Strategie der freien Gesellschaft.
Freiheit lässt sich nicht organisieren. Eine freie Gesellschaft ist kein System, sondern das Vertrauen in das Individuum, in Freiheit und durchaus im Eigeninteresse in soziale Interaktion zu treten. Die Frage kann also nicht sein: wie organisieren wir Freiheit, wie etablieren wir das freiheitliche System – ein solches kann es gar nicht geben – sondern nur: Wie befreien wir uns aus der Unfreiheit? Und im konkreten Fall: Wie können wir dafür sorgen, dass die Lösung unserer Probleme zunehmend der Kreativität der Selbstorganisation im freien Wettbewerb sozial interagierender Individuen überlassen werden. Mehr Freiheit heißt, Zwang abzubauen. Das geht schlechterdings nicht durch (staatlichen) Zwang, sondern nur durch Freiheit. Gefragt ist also kein raffiniertes, allgemein gültiges Rezept für die Organisation des Wohnungsmarktes, sondern die Aktivierung der Selbstregulationskräfte des Marktes, die Nutzung individueller und kontextbezogener Kreativität, das Vertrauen darauf, dass jeder soziale Organismus aus denkenden, fühlenden und interagierenden Egoisten besteht und nur bestehen kann. Und trotzdem, nein, gerade deswegen im Ergebnis und im großen und ganzen sozial ist. Zumindest nicht unsozialer als ein solcher, der unter dem Zwang einer Elite steht, die sich von eben den selben Egoisten wählen lässt.
Die freie Gesellschaft kann niemals mit dem und durch den Staat oder eine vergleichbare, auf Allgemeinverbindlichkeit und Zwang basierende Organisation etabliert werden. Sie ist vielmehr die Befreiung von Zwangsorganisationen. Sie ist nicht die Veränderung des Staates, ob nach links oder rechts, progressiv oder konservativ, totalitär oder liberal. Die freie Gesellschaft ist die Emanzipation vom Staat!Danach zu fragen, wie dies und das in einer freien Gesellschaft ohne Staat geregelt werden sollte, ist so als würden zwei Strafgefangene einen Ausbruch planen und der eine fragt plötzlich: ja aber wie soll das funktionieren ohne Gefängnis? Wer kocht das Essen? Woher wissen wir, wann geduscht wird? Wer schließt am Abend die Zellen ab?Wir tragen unser Gefängnis im Kopf, weil wir nicht in der Lage sind, uns vorzustellen, dass ein beliebiges Problem ohne eine einheitliche staatliche Zwangsverordnung zu lösen sei, obwohl genau dies im Alltag ständig und direkt vor unserer Nase passiert. Allein die Beobachtung des Straßenverkehrs beweist, dass freie Individuen zu spontaner sozialer Selbstorganisation fähig sind. Denn es behaupte bloß niemand, es sei die Straßenverkehrsordnung und nicht das ganz eigennützige Interesse an einer unfallfreien Fahrt, das uns zu dieser Meisterleistung an komplexer sozialer Interaktion antreibt!

Die Wende in der Wende

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Für den 3. Oktober hat der Staat die Einheitsfeier angeordnet. Ich persönlich verbinde die Wende einschließlich Wiedervereinigung mit dem 9. November: vor 23 Jahren hat sich ein Volk aus eigener Kraft und zudem friedlich aus seinem politischen Herrschaftssystem befreit. Selbstverständlich kann kein Staat und keine Regierung diesen Tag zum Feiertag erheben, denn das Herrschaftssystem würde damit seine eigene Negation feiern! Erst am 3. Oktober 1990 wurde die Revolution des Volkes wieder in ein neues Herrschaftssystem kanalisiert und in der Demokratie zur Ruhe gebettet. Ein neuer und letztlich stärkerer Staat war gegründet und damit Anlass für einen staatlichen Gedenktag gegeben. Hätte unsere deutsche Gesellschaft den Freiheitsimpuls der Wende nicht völlig unter der Einheitsrhetorik und seiner angeborenen Obrigkeitshörigkeit begraben, hätte sie sich nicht von den Politikern die Wende-Parole “Wir sind das Volk!” klauen und als “Wir sind ein Volk” missbrauchen lassen, hätte die politische Idee der Freiheit hier wirklich ein Zuhause, dann würden wir den 9. November feiern und nicht den dritten Oktober. Ich jedenfalls nehme mir die Freiheit und gedenke heute!

Steiner individuell

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Am 10. November 2011 um 19:30 werde ich im Ackermannshof in Basel mit Taja Gut und Andreas Laudert über unsere anthroposophische Emanzipationsliteratur. Moderiert wird die Veranstaltung von Jens Heisterkamp (Info3) und zu Gast sind wir im Philosophicum von Stefan Brotbeck. Veranstalter sind der Futurum Verlag und der Info3-Verlag. Der Eintritt ist frei.

Text der Veranstalter: “Sich als Anthroposoph mit Rudolf Steiner in Beziehung zu setzen ist eine Herausforderung, die sich für jede Generation neu stellt. Im Futurum Verlag (Pforte Verlag) sind in jüngster Zeit die Bücher dreier Autoren erschienen, die sich in besonders origineller und individueller Form mit ihrer eigenen Beziehung zum Werk Steiners auseinandersetzen. Taja Gut, Andreas Laudert und Christian Grauer haben dabei auf je eigene Weise zu einem authentischen Verhältnis zu Steiner gefunden. Im Gespräch erzählen sie über ihre Wege zwischen Impulsieren-Lassen und Aneignung, aber auch Erneuerung und selbständiger Distanz.”

Es gibt keinen Gott, und das bin ich!

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Im September 2011 erscheint mein neues Buch “Es gibt keinen Gott, und das bin ich!” im Futurum Verlag. Der Verlag schreibt darüber:

“Christian Grauers Plädoyer für eine spirituelle Aufklärung beginnt mit einem scheinbar harmlosen Rückblick auf eine anthroposophisch behütete Kindheit und die typischen Stadien einer durch die Anthroposophie geprägten Lebenshaltung, die keine Zweifel kennt. Über mehrere Etappen kritischer Hinterfragung der eigenen Überzeugung nähert sich der Autor allmählich einem Nullpunkt, der sich auf überraschende Weise als Nadelöhr erweist.

Seine Begegnung mit dem Modell des Konstruktivismus, der gegenwärtig aus den kulturellen Diskursen nicht mehr wegzudenken ist, wird Grauer zum Anstoß, die Anthroposophie aus dem Geist von Rudolf Steiners Frühwerk neu zu entwickeln. Der Text erklimmt im Zuge der immer sehr persönlich gehaltenen Schilderungen der gedanklichen Verarbeitung und Durchdringung eine Höhenregion, in der sich manches Trübe, Beschauliche und Eingespielte anthroposophischer Esoterik in absoluter Klarheit und Übersichtlichkeit als individuelle Produktion von Sinn erweist.

Eine anregende Lektüre, die provoziert, aufrüttelt und streckenweise auch erheitert.”

Ich habe auf Facebook eine sogenannte Fan-Seite für das Buch eingerichtet. Dort finden sich nähere Informationen sowie eine Leseprobe.

Als Appetithappen gibt es hier schon mal das Inhaltsverzeichnis:

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Rettet die Brezel!

brezeln

Die Laugenbrezel ist ein Kulturgut in Süddeutschland und damit auch ein deutsches Markenzeichen. Bei allen Kindern südlich des Mains ist es ein Verkaufsschlager und auch der erwachsene Süddeutsche genießt sie regelmäßig. Pur, on the Rocks (also mit Butter) oder mit Käse, Schinken oder anderen Schweinereien belegt. Ein Bäcker in Stuttgart, der keine Brezeln im Regal hat, ist kein Bäcker. An jeder Ecke bekommt man die Leckerei. In der Königstraße stehen spezielle “Brezelkörbe” aus denen heraus das salzige Laugengebäck verkauft wird. Und mit Preisen von etwa 1 Euro ist sie auch ein sozialverträgliches Bestechungsmittel für die Kinderchen von alleinerziehenden Müttern und Vätern! Kurz und gut: Laugenbrezel ist Kult!

Damit die Menschheit im Allgemeinen und der süddeutsche Staatsbürger im Besonderen dieses Kulturgut auch zukünftig uneingeschränkt konsumieren kann, hat der Staat nun beschlossen, die alleinigen Lizenzrechte für die Herstellung von Laugenbrezeln zu erwerben. Zwar sind bislang keine Fälle von Unterversorgung an Laugenbrezeln bekannt geworden, gleichwohl ist unser sorgender Staat bemüht, alles nur Erdenkliche zu tun, um die Grundversorgung mit dieser kulinarischen Köstlichkeit sicherzustellen.

Und so hat die neu gegründete Brezel-Erzeugungs-Zentrale (BEZ, eine Anstalt des öffentlichen Rechts) 50.000.000,- EUR für die Lizenzrechte bezahlt und wird ab 2012 den privaten Bäckern das Brezelbacken abnehmen. Die Brezel wird man aber auch zukünftig beim Bäcker kaufen. Den Bäckern werden entsprechende Distributionsverträge mit der BEZ angeboten. So bleibt für den Bürger auch in Zukunft die Brezel im sonntäglichen Frühstückskorb und somit alles beim Alten. Abgesehen von den 50 Mio Euro: bei welchen Ausgaben diese eingespart werden sollen, steht noch nicht fest. Zur Diskussion stehen Stellenstreichungen bei der Polizei, das Einsparen von Kita-Plätzen oder eine Reduzierung der Hauptschul-Lehrerausbildung. Aber was ist das schon, angesichts der Rettung eines Kulturgutes!

Weiter Infos zum Thema: Kicker online

Wind of Change

Das vollmundige Wahlmotto von Obama ist längst zu einem verlegenen Hüsteln erstickt. Nicht nur die US-Regierung, der gesamte demokratische Westen steht dieser Tage wie paralysiert vor der Wucht des Freiheitskampfes in den arabischen Ländern und schafft es nicht, sich aus den scheinbaren Zwängen der vielen langjährig gehegten und gepflegten Arrangements mit Monarchen, Diktatoren und Wahnsinnigen zu befreien und Solidarität mit denjenigen zu zeigen, die für die existenziellste politische Idee kämpfen: für die Freiheit.

Als die USA in den Irak einmarschiert sind, hat sich die europäische Friedensbewegung auf die Seite eines mordenden Diktators geschlagen und sich darauf beschränkt, den USA unlautere Motive vorzuwerfen. Dass nicht nur der Schutz der Freiheit im eigenen Land, sondern auch die Befreiung der irakischen Bevölkerung von diesem Monster trotz all der diplomatischen und politischen Manipulationen die grundlegende Motivation für den Überfall des Iraks gewesen sein könnte, ignoriert der durchschnittliche Pazifist geflissentlich. Und auch jetzt, wo in der arabischen Welt das Volk auf der Straße ist und nach Freiheit ruft, ganz ohne vermeintlichen imperialistischen Zwang, schweigt das pazifistische Europa. Keine Solidaritätsbekundungen sind zu hören, kein Mitleid mit den unschuldigen Opfern. Wir haben vielmehr Zeit, uns über die fragwürdige Dissertation unseres Verteidigungsministers zu echauffieren. … Read more

Offener Brief an den Außenminister

Sehr geehrter Herr Außenminister,
lieber Guido Westerwelle,

mit großer Sorge beobachte ich Ihre und damit die Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu den Protesten in Ägypten. Zum ersten Mal seit 60 Jahren zeichnet sich eine Chance auf eine nachhaltige Bewegung in der Nahostproblematik, zum ersten Mal brechen für unbeugsam gehaltene islamistische Strukturen auf. Und was macht die Bundesregierung, wie verhält sich der angeblich liberale Außenminister? Sie ziehen sich auf eine formale Rechtfertigung einer Nichteinmischung zurück, die nicht nur Angesichts völlig konträrer Strategien im Irak, in Afghanistan und anderen Krisen absolut unglaubwürdig ist, sondern mit der Sie sich gleichwohl in erheblichem Maße einmischen: Sie unterstützen damit ohne Not das Regime eines Diktators, der seine Bürger auf der Straße ermorden lässt, der ihnen das Recht auf Meinungsfreiheit raubt und der einen demokratischen Prozess mit Gewalt verhindert. Statt das Ägyptische Volk mit Solidarität zu stützen und Deutschland klar auf die Seite der Freiheit zu positionieren, stehlen Sie sich mit feigen diplomatischen Ausreden aus der Verantwortung. Ich habe die FDP nicht gewählt, um von einem Außenminister repräsentiert zu werden, der islamistische Unterdrückungsregime unterstützt. Wenn diplomatisches Geschick mangels Alternativen eine formale Kooperation fordern, mag dies als Mittel zum Zweck legitim sein. Wenn aber die ägyptischen Bürger unter Einsatz ihres Lebens die Freiheit suchen und das Regime von innen nachhaltig in Bedrängnis bringen, dann ist es die Pflicht eines demokratischen Landes, diese Bewegung mit allen Kräften zu unterstützen, statt sie aus dem diplomatischen Hinterhalt in Gefahr zu bringen. Ich schäme mich dafür, Bürger eines Landes zu sein, das seine eigenen Prinzipien und Werte an einem seit 30 Jahren in Unterdrückung lebenden Volk verrät.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Christian Grauer

Endstation Dornach – Das sechste Evangelium

endstation dornach

Ein Jahrhundert haben wir gewartet. Jetzt geht es endlich weiter. Das sechste Evangelium: es kommt!

http://www.endstation-dornach.de/

Felix Hau, Christoph Kühn, Ansgar Martins und meine Wenigkeit diskutieren mit viel Spaß über Anthroposophie, genießen Geistiges, finden Pfade und besuchen Dornach. Einen Vorgeschmack findet man in einem Vorabdruck eines Kapitels auf der eigens eingerichteten Website!

Also was muss man dazu noch sagen? Nichts außer: Bestellen!! Denn wer jetzt schon vorbestellt, bekommt nicht nur Rabatt sondern hilft, das Jahrhundertwerk zu realisieren.